Portrait der Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia

Die Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia ist eine Farben tragende akademische Verbindung an der Technischen Universität Dresden. Gegründet im Jahre 1861 in Dresden wurde sie als Burschenschaft Cheruscia nach der Wiedervereinigung des geteilten Deutschland im Jahre 1991 in Dresden neu konstituiert. Sie kehrte nach über 40 Jahren des Exils an der RWTH Aachen an ihren Gründungsort Dresden zurück. Im Jahre 2001 verbanden sich die beiden Burschenschaften Cheruscia Dresden und Dresden-Freiberger Burschenschaft Cheruscia zu Aachen zur Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia.

Die Cheruscia ist ein Lebensbund aus studierenden Mitgliedern - der Aktivitas - und den in der Altherrenvereinigung zusammengeschlossenen Alten Herren. Ihre Mitglieder bleiben über die Studienzeit hinaus ihr ganzes Leben miteinander verbunden. Sie unterstützen sich bundesbrüderlich nach Kräften in allen Lebenslagen.

Unsere Mitglieder sollen sich selbst und gegenseitig im Zusammenleben zu Persönlichkeiten erziehen, die durch ihre Vorbildung zu besonderer Leistung und vorbildlicher Haltung verpflichtet sind. Wir sind bestrebt, über die fachliche Ausbildung hinaus an unserer allgemeinen Bildung zu arbeiten und damit die Lücke zwischen dem akademischen Angebot und dem Anforderungsprofil des beruflichen Lebens zu schließen. Rege Beteiligung an den Geschäften des Bundes sowie der studentischen Selbstverwaltung soll bei den aktiven Mitgliedern das Gefühl für kommende gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Aufgaben wecken. Bei allem erwünschten Engagement für die Sache der Burschenschaft, bleibt es vorrangige Aufgabe jedes studierenden Burschenschafters, sein Studium zügig und mit guten Ergebnissen zu absolvieren.

Die Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia bekennt sich zur Tradition der waffenstudentischen Prinzipien. Ihre Angehörigen erlernen die Kunst des studentischen Fechtens und haben fakultativ die Möglichkeit, ihr Können sportlich auf einer Mensur unter Beweis zu stellen.


 Unser Wahlspruch: Freiheit - Ehre - Vaterland
Die Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia gehört dem Verband der Deutschen Burschenschaft an. Aus dem Wahlspruch leitet sich unser Grundsatz ab, für die Wahrung der Ehre aller Menschen und für die Toleranz und Unversehrtheit von Andersdenkenden einzutreten. Die Achtung des deutschen Kulturguts bedeutet für uns ebenso die Achtung der Kulturen anderer Völker, ohne ständig dem jeweiligen Zeitgeist zu folgen und sich in multikultureller Beliebigkeit zu verlieren. Eindrucksvoller kann man nicht aufzeigen, daß traditionelle Grundsätze auch in unserer heutigen Zeit auf hochaktuelle Themen angewendet werden können. Die vornehmste Aufgabe eines jeden Mitgliedes ist das Eintreten für die Rechte und die Freiheit des deutschen Volkstums unabhängig von Staatsgrenzen.


 Wir bekennen Farbe
Die Mitglieder der Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia tragen mit ihren schwarz-rot-goldenen Bändern und ihren roten Mützen nicht nur die Farben der deutschen Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts, sondern auch die Traditionsfarben einer der ältesten Burschenschaften an einer Technischen Hochschule. Und Farbe tragen heißt für uns, in einer grauen, von sozialer Kälte geprägten und politisch korrekten Welt auch Farbe zu bekennen und Selbstbewußtsein zu zeigen. Farbe erfreut das Auge, Farbe erhöht die Lebensfreude, das Studium sollte bei allem Ernst farbig und bunt sein.


 Wen suchen wir?
Wir suchen Studenten, die
• an politischen und gesellschaftlichen Themen interessiert sind,
• bereit sind, Verantwortung zu übernehmen,
• sich in der Gemeinschaft engagieren wollen,
• in ihrem Fach engagiert sind und auch die überfachliche Begegnung suchen und
• in einem Lebensbund mitwirken und mitgestalten wollen.


 Was wir erwarten: Verantwortung übernehmen
Wir leben in einer Zeit tiefgreifender struktureller Veränderungen. Sie wird geprägt von einem hohen Maß an Politikverdrossenheit, der ständig wachsenden Arbeitslosigkeit und von der Angst, wie die eigenen Zukunft zu gestalten sei. Diese fehlende Zukunftsperspektive führt uns zu einer Rückbesinnung auf Vergangenes als ruhendem Pol und sicherem Halt. Mangelnde Bereitschaft , Verantwortung für sich selber und das Gemeinwesen, in dem wir leben, zu übernehmen, ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen und nicht selten die Ursache für gesellschaftliche Brachlandschaften. In diesem Umfeld, wo tätige Verantwortung gebraucht wird, steht dem Engagement von Studenten und Berufstätigen der Universität Dresden eine Wirkungsstätte offen: Die Veranstaltungen und das Haus der Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia.


 Fachlich engagierten Studenten begegnen
und über den Studiengang hinaus studieren

Alle Studierende an der Universität Dresden vereint das Ziel einer akademischen Berufsqualifikation als Grundlage für eine erfolgreiche Lebensplanung. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt ist für den Berufsanfänger so schwierig wie schon lange nicht mehr - es lohnt sich daher, aufbauend auf soliden Grundlagen der ersten Semester ein starkes fachliches und persönliches Profil zu entwickeln. Für alle Phasen der Orientierung im Hochschulstudium treffen wir in unserem Bund immer aktuell Erfahrene, die uns notwendige Schritte und vermeidbare Fehler aufzeigen und uns an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Für uns steht dabei fest: Neben der Konzentration auf das Studium mit seiner trockenen - und manchmal stark verschulten - Arbeit soll die Freude an den leichten und farbigen Dingen des Lebens, das Zusammenleben in einem fröhlichen Kreis Gleichgesinnter ebenfalls einen bedeutenden Stellenwert einnehmen.


 In einem Lebensbund mitwirken
Unsere Mitglieder verpflichten sich zur bundesbrüderlichen Treue bis zum Ende Ihres Lebens, selbst wenn zwischenzeitlich gegensätzliche Standpunkte hart aufeinander treffen. Wir fühlen uns für das wohl eines jeden Bundesbruders verantwortlich - ein Leben lang. Persönliche Beziehungen führen oft zu lebenslangen Freundschaften. Natürlich gibt es auch in unserer Gemeinschaft persönliche Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten. Toleranz und gegenseitige Achtung helfen uns dabei, solche Situationen zu meistern und ein gutes bundesbrüderliches Verhältnis zu pflegen. Sollten einmal Gegensätze grundsätzlicher Natur auftreten, so versuchen wir sie mit Hilfe Dritter zu überwinden. Nur wenn diese Gegensätze unüberbrückbar bleiben, wird die Mitgliedschaft gelöst. Warum ist das Generationenproblem für uns von untergeordneter Bedeutung? Als junger Mann wachsen wir in die Lebensgemeinschaft unseres Bundes hinein und erfahren von Anfang an, daß sich aktive Bundesbrüder und Alte Herren gegenseitig respektieren und achten.


 Unser Haus - Dresden, Eisenstuckstraße
Zentrum des Bundes ist unser Haus in der Eisenstuckstraße. Hier treffen wir uns zu unseren Semesterveranstaltungen, zu denen wir regelmäßig Gäste einladen. Alte Herren nehmen daran teil - sei es als gern gesehener Besucher, sei es als Referent über ein interessantes Thema. Man trifft sich "auf dem Haus" - hier feiern wir unsere jährlich wiederkehrenden Feste, hier verabreden wir uns zu gemeinsamen Unternehmungen, hier lassen wir es bei einem kühlen Bier oder guten Glas Wein nach einem gelungenen Fest in der gemütlichen Kellerkneipe ausklingen. Auf unserem Haus stellt der Bund preiswerte Zimmer mit zeitgemäßer Ausstattung zur Verfügung. Natürlich gehören auch die neuen Medien wie Telefon- und Internetanschluß zum Standard. Unsere Bibliothek ist sowohl für den interessierten Leser als auch für das fachliche Studium eingerichtet und wächst durch Spenden und "Nachlässe" von Absolventen.


 Korporation/Verbindung - Was ist das?
In F. Golückes "Studentenwörterbuch" werden Verbindung oder Korporation als ein Zusammenschluß von Studenten beschrieben, der durch das Lebensbund- und Konventsprinzip gekennzeichnet ist. Im ersten Moment klingt das wie ein Echo aus urdenklichen archaischen Zeiten - verhaftet im Gestern, den Bezug zum Heute verpasst - in einem Wort: überholt. Vielleicht hilft ein näheres Hinschauen, Klarheit und bessere Einsicht zu gewinnen. In einer Zeit, in der die individuelle Selbstverwirklichung als die Ultima Ratio des Menschseins gilt, in der die Hingabe an die spontane Erfüllung eines jeglichen Wunsches im Hier und Jetzt als Wert an sich zelebriert wird, halten wir am Prinzip der lebenslangen Verbundenheit fest. Weil wir der Überzeugung sind, daß auch in einer Zeit des überzogenen Individualismus der Mensch zur tragenden Gemeinschaftsbildung fähig ist.

Das Konventsprinzip soll das Mitglied einer Verbindung dazu anhalten, "sich der Kritik zu stellen, sich selbstkritisch zu betrachten und Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen." Eine Anforderung, die für den heutigen jungen Menschen alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist - wie sonst ist zu erklären, daß die allgemeine Bereitschaft, sich in einer Vereinigung (nicht nur Verbindung) zu organisieren, deutlich zurückgegangen ist. Mit ihrer Verpflichtung auf gegenseitige Verantwortlichkeit haben junge Korporierte ihren Zeitgenossen etwas voraus, was in unseren Tagen wieder an Wert gewinnt: Die Einübung in verantwortliches Handeln schlechthin. Das Konventsprinzip - ein Stück gelebter Basisdemokratie.